Noch kann hiervon jedoch keine Rede sein.
Im September 2010 entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH), dass das staatliche Glücksspielmonopol in Deutschland mit dem EU-Recht unvereinbar sei. Der EuGH bemängelte, dass Deutschland unter anderem durch zu viel Werbung für die Glücksspiele sein selbst gesetztes Ziel der Suchtbekämpfung unterlaufe. Daraufhin einigten sich 2011 die Bundesländer auf einen "Glücksspieländerungsvertrag" (GlüÄndStV), der das Monopol in Teilen bewahren sollte. Nach diesem Vertrag sollte bis 2019 probeweise 20 privaten Wettanbietern erlaubt werden, bundesweit und legal Sportwetten anzunehmen. Fünf Prozent des Spieleinsatzes dort fließen nach wie vor an den Staat – mittels einer Konzessionsabgabe.
Stellvertretend für die Bundesländer sollte das hessische Innenministerium diese Lizenzen vergeben. Die 20 Konzessionen erwiesen sich jedoch als Eigentor, denn nicht berücksichtigte Wettbewerber reichten Klagen ein. Das Verwaltungsgericht Wiesbaden stoppte daraufhin die Lizenzvergabe durch das hessische Innenministerium.Anfang des Jahres urteilte der EuGH in Luxemburg erneut. Die deutsche Glücksspielregulierung verstoße gegen EU-Recht, weil das von zahlreichen Gerichten gekippte staatliche Glücksspielmonopol faktisch fortbestehe. Der Versuch, den Sportwettenmarkt behutsam zu öffnen, ist vorerst gescheitert.
Die Branche leidet seit Jahren unter der Rechtsunsicherheit bei der Glücksspielregulierung. In dieser Zeit hat sich auf dem Wettmarkt viel getan – illegal. Frage: Was hat ein Wettanbieter wie beispielsweise Bet3000, tipico, bwin zu fürchten, wenn er mit einer Auslandslizenz ein Wettbüro betreibt? Jörg Hofmann: Nach jetzigem Recht kann dem Wettbüro die Schließung und eventuell Strafverfolgung drohen. Aber die Wettanbieter können sich dagegen wehren, da das deutsche Recht aktuell gegen höherrangiges Europarecht verstößt. Die GGL vergibt Lizenzen für einzelne Spielarten.
Schleswig-Holstein entschied sich für das Konzessionsmodell und hat bereits mehrere Lizenzen für Online-Casinos vergeben. Laut Gesetz sind in dem Bundesland folgende Online-Casinos legal (mit Datum der Lizenzvergabe): Trotz erteilter Lizenz sind die Plattformen dieser Anbieter bis Mai 2025 jedoch überwiegend nicht aktiv erreichbar. Auch Nordrhein-Westfalen will auf Basis des Konzessionsmodell Lizenzen für Online-Casinos vergeben. § 22c Abs. 2 Satz 1 des Glücksspielstaatsvertrags sieht eine mögliche Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern bei der Vergabe von Lizenzen für Online-Casinospiele vor. Besitzt ein Anbieter also beispielsweise eine Lizenz für virtuelle Automatenspiele, darf er auch nur diese anbieten.
Eventuell ebenfalls von diesem Anbieter angebotene Casinospiele wären nach wie vor illegal.
Aktuell gültig ist die geänderte Version vom 24. März 2022. Das Gesetz beschäftigt sich sowohl mit terrestrischem Glücksspiel – also Spielbanken, Spielhallen und Gaststätten – als auch mit dem Online-Glücksspiel. Unter das Online-Glücksspiel fallen dabei Angebote von Online-Sportwetten, virtuellen Automatenspielen, Online-Poker und Online-Casinos. Online-Casino und Online-Glücksspiel werden dabei oft synonym verwendet.
Es handelt sich jedoch um zwei unterschiedliche Begriffe. Während mit Online-Casinospielen lediglich Bankhalterspiele wie Blackjack, Roulette oder Baccarat gemeint sind, umfasst Online-Glücksspiel sowohl Online-Casinos, als auch Online-Poker, virtuelle Automatenspiele und teilweise auch Online-Sportwetten. Seit dem Inkrafttreten des GlüStV 2021 können sich Anbieter um eine Online-Glücksspiel-Lizenz bewerben. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) überprüft die Angebote und vergibt Lizenzen, wenn sich die Anbieter an alle Vorgaben aus dem Vertrag halten. Ein monatliches Einzahlungslimit von anbieterübergreifend 1.000 Euro (dieses Limit wurde in der Zwischenzeit in Ausnahmefällen erweiterbar gemacht, bleibt aber rechtlich umstritten) Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist verboten Der Anbieter ist an die zentrale Sperrdatei OASIS angeschlossen Die Höhe der einzelnen Einsätze zum Beispiel bei Slots ist auf einen Euro beschränkt Zwischen den Drehs bei Slots muss eine Pause von fünf Sekunden liegen Anbieter müssen auf Hilfsangebote hinweisen, um Spielsucht zu verhindern bzw.
zu bekämpfen Der Anbieter muss einen Panik-Button zur Verfügung stellen, damit sich Spieler selbst kurzzeitig sperren können Nur wenn die GGL überzeugt ist, dass der Anbieter sich an diese und viele weitere Vorgaben hält, wird sie eine Lizenz erteilen und das Angebot für legal befinden. Online-Casinospiele sind eine Art des Online-Glücksspiels, wobei die Begriffe oft synonym verwendet werden. Definition von Online-Casinospielen nach dem Glücksspielstaatsvertrag von 2021: „Online-Casinospiele sind virtuelle Nachbildungen von Bankhalterspielen und Live-Übertragungen eines terrestrisch durchgeführten Bankhalterspiels mit Teilnahmemöglichkeit über das Internet.“ Hierzu gehören unter anderem Roulette, Blackjack oder Baccarat. Stand 2025 gibt es in Deutschland nur sehr wenige legale Online-Casinos. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder vergibt Lizenzen zwar für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Sportwetten, jedoch nicht für Online-Casinospiele. Für virtuelle Automatenspiele hat die GGL seit April 2022 Lizenzen für weit über 100 Webseiten von rund 40 Anbietern vergeben.
Virtuelle Automatenspiele sind auch als Slots bekannt. Ein sehr bekanntes Spiel ist dabei Book of Dead. Die ersten bundesweit gültigen Lizenzen für Online-Poker vergab die GGL im November 2022. Bisher sind lediglich eine Handvoll Anbieter legal. Auch Sportwetten fallen unter das Online-Glücksspiel.
Diese können wählen zwischen dem Monopolmodell, bei dem sie selbst Online-Casinospiele anbieten und dem Konzessionsmodell, bei dem Konzessionen an private Anbieter vergeben werden. Bisher haben nur einige Bundesländer überhaupt den rechtlichen Rahmen für das Anbieten von Casinospielen geschaffen und bet fussball wettanbieter vergleich sich für ein Modell entschieden. Die Spielbank Bayern (Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung) erhielt am 15.01.2024 eine Online-Casino Lizenz. Baden-Württemberg hat ebenfalls beschlossen, ein staatlich geführtes Online-Casino zu erlauben. Noch ist dies aber nicht in der White List der GGL, die die legalen Anbieter auflistet, geführt. Entsprechende Lizenzen vergab die GGL bereits seit Oktober 2020. Das Angebot von etwa 30 Webseiten ist inzwischen im gesamten Bundesgebiet legal.
Hier können Sie prüfen, welche Online-Casinos in Deutschland legal sind: Im Netz finden sich unzählige illegale Anbieter von Online-Casinos. Oft bieten diese lediglich virtuelle Automatenspiele an und gar keine Casinospiele im gesetzlichen Sinne. Da die Begriffe Online-Casino und Online-Glücksspiel aber oft synonym verwendet werden, setzen viele Anbieter auf diesen Begriff.
| Aufgabenbereich | Konkrete Befugnis | Instrument |
|---|---|---|
| Lizenzvergabe & -aufsicht | Erteilung, Verlängerung und Entzug von Lizenzen | Verwaltungsakt |
| Marktüberwachung | Identifikation und Bekämpfung illegaler Anbieter | Zugangssperren (ISP-Blockaden) |
| Verbraucherschutz | Entgegennahme von Beschwerden und Sanktionierung | Bußgelder bis 500.000 € |
| Sperrdatei OASIS | Betrieb und Verwaltung der zentralen Sperrdatei | Technische Infrastruktur |
Bei legalen Anbietern wird man dies nicht finden.
Anbieter, die virtuelle Automatenspiele anbieten, dürfen nicht mit dem Begriff Online-Casino werben. Findet sich bei einem Anbieter also der Begriff Online-Casino, handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht um einen legalen Anbieter, da es lediglich eine Handvoll legale Online-Casinos (in Bayern und Schleswig-Holstein) gibt.
Frage: Macht sich auch der Spieler strafbar, der beispielsweise in einem Wettbüro sitzt, das offiziell keine Lizenz besitzt? Jörg Hofmann: Nach § 285 des Strafgesetzbuches ist die Teilnahme an einem unerlaubten Glücksspiel strafbar. Auch hier ist wegen der Europarechtswidrigkeit der aktuellen Sportwettregulierung von einer Anwendbarkeit der deutschen Strafvorschriften vorerst nicht auszugehen. Frage: Die Branche leidet seit Jahren unter der Rechtsunsicherheit der Glücksspielregulierung. Wie sehen Sie die Zukunft des Wettmarktes?
Jörg Hofmann: Wie seriöse, sichere und marktfähige Sportwettangebote aussehen können, zeigen europäische Staaten. Ein Blick z.B. nach England, Dänemark, Italien und Spanien vermittelt beste Eindrücke, wie Regulierung funktioniert. Wenn die Verantwortlichen den Dialog offen mit Aufsichtsbehörden solcher Länder und - ganz wichtig - auch mit der Industrie führen, wäre ein großer Schritt in die richtige Richtung getan. Bis 2021 waren Online-Casinos in Deutschland illegal.
Mit Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags vom Juli 2021 änderte sich die Gesetzeslage, doch noch immer sind nahezu alle Online-Casinos in Deutschland nicht legal. Online-Casinos und Online-Glücksspiel werden oft synonym verwendet. Dies entspricht jedoch nicht der gesetzlichen Definition. Online-Casinospiele sind nur eine Art von Online-Glücksspiel Zu Online-Casinospielen gehören zum Beispiel Roulette und BlackJack, jedoch keine Slots Für die Lizenzierung von Online-Casinos sind die Bundesländer zuständig, nicht die GGL Nur sehr wenige Online-Casinos sind bisher in einzelnen Bundesländern legal Am 01. Juli 2021 trat der neue Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) in Kraft. § 32 des Glücksspielstaatsvertrags sieht eine Evaluierung unter anderem der Auswirkungen des Vertrags auf die Entwicklung und Ausbreitung von unerlaubten Glücksspielen in Schwarzmärkten vor. Ein ausführlicher Bericht soll demnach bis zum 31.12.2026 vorliegen und danach alle fünf Jahre erscheinen. Ein erster Zwischenbericht wurde bereits am 31.12.2023 vorgelegt und kam zu einem positiven Ergebnis. Dringender Handlungsbedarf an den gesetzlichen Bestimmungen der GGL ist demnach nicht ersichtlich.
| Schritt | Erforderliche Aktion / Daten | Zweck |
|---|---|---|
| 1. Kontoeröffnung | E-Mail, Benutzername, Passwort | Ersteinrichtung |
| 2. Identitätsprüfung (PostIdent/Video) | Personalausweis oder Reisepass | Altersverifikation (>=21), Legitimität |
| 3. OASIS-Abfrage | Automatische Abfrage durch Anbieter | Prüfung auf bestehende Sperren |
| 4. Einzahlung & Limits | Festlegung von Einzahlungslimits | Spielerschutz aktivieren |
Hohe Priorität sehen die Verfasser des Berichts lediglich bei den folgenden Punkten: Die zuständige Behörde soll zur Überprüfung der Voraussetzungen auch bei ausländischen Sicherheitsbehörden Anfragen stellen dürfen Die Regelung zu Netzsperren (IP-Blocking) soll überarbeitet und hinsichtlich eines Vorgehens gegen Werbung für unerlaubtes Glücksspiel erweitert werden Das Erlaubnisverfahren zur Einzelzulassung von virtuellen Automatenspielen soll verbessert werden Es bleibt abzuwarten, welche Erkenntnisse der finale Bericht Ende 2026 aufzeigen wird und welche Auswirkungen dieser auf die zukünftige Regulierung von Online-Casinos und Online-Glücksspiel allgemein in Deutschland haben wird.